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Kongress christlicher Führungskräfte endet mit Besucherrekord
Düsseldorf - Mit einem Besucherrekord und dem Appell, christliche Werte wieder stärker in die Gesellschaft zurückzuholen, ist am 28. Februar in Düsseldorf der Kongress christlicher Führungskräfte zu Ende gegangen. Zu dem dreitägigen Kongress waren über 3.600 Dauerteilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt gekommen. Am Freitag und Samstag zählten die Veranstalter jeweils mehr als 3.800 Besucher. In den Vorträgen und 60 Seminaren zu 15 verschiedenen Themenbereichen wurden Auswege aus der Wirtschafts- und Wertekrise diskutiert. „Angesichts von Werteschwund und Wirtschaftsskandalen rufen wir: Holt die Bibel zurück in die Gesellschaft“, sagte der Vorsitzende des Kongresses, Horst Marquardt, „sie gibt Orientierung und zeigt, wie man trotz menschlicher Schwächen christliche Werte leben kann.“ Der Kongress wolle Führungspersönlichkeiten dazu einladen, verstärkt auf der Grundlage christlicher Werte zu denken und zu handeln.

Der überkonfessionelle Kongress christlicher Führungskräfte wird
getragen von einer Allianz aus Unternehmer- und Wirtschaftsverbänden (u.a. CiW), landes- und freikirchlichen sowie anderen christlichen Organisationen. Veranstalter ist die Evangelische Nachrichtenagentur idea in Zusammenarbeit mit der Firma tempus-Zeitplansysteme. Der nächste Kongress soll 2011 in Nürnberg stattfinden.

Marx: Falsches Menschenbild Ursache der Wirtschaftskrise

Der Erzbischof von München und Freising, Reinhard Marx, erklärte am letzten
Tag des Kongresses, die Ursachen der derzeitigen Wirtschaftskrise beruhten
auf einem falschen Menschenbild. Das dem Kapitalismus zugrunde liegende
Menschenbild vom „homo oeconomicus“, der allein an seine eigenen Interessen denkt, habe die Welt zum Schlechteren verändert. Gebraucht werde eine Neubegründung der sozialen Marktwirtschaft aus dem Geist des Christentums.

Auch der Präsident des Zentralverbandes des deutschen Handwerks, Otto
Kentzler (Dortmund), plädierte für eine Rückbesinnung auf die Wurzeln der
Sozialen Marktwirtschaft. Seit Ende der sechziger Jahre habe es eine
„Umwertung der Werte“ gegeben, bei der Selbstverwirklichung als Maxime
angesehen werde und gleichzeitig möglichst viele Ansprüche an den Staat
durchgesetzt werden sollen. Die Spirale von „mehr Staat und weniger
Eigenverantwortung“ drehe sich immer schneller. Deutschland drohe das
Fundament der Sozialen Marktwirtschaft zu verlassen. „Es wird höchste Zeit,
dass wir umkehren“, so Kentzler.

Gröhe: Christen wesentlich am Aufbau der Bundesrepublik beteiligt

Hermann Gröhe, Staatsminister im Bundeskanzleramt, rief die
Teilnehmer bei einer Podiumsdiskussion zum Thema „Die Gesellschaft
verändern“, dazu auf, sich gesellschaftlich zu engagieren. So hätten
Christen wesentlich dazu beigetragen, dass Deutschland eine freiheitliche
Verfassung habe und die Mauer vor 20 Jahren gefallen sei. Außerdem äußerte er sich erfreut darüber, dass sich Führungskräfte und Menschen in
Verantwortung heute auch öffentlich wieder stärker zu ihrem Glauben
bekennen als noch vor zehn Jahren.

Hahne: Wir brauchen ein Werte-Hilfspaket

Nach Ansicht des TV-Journalisten und Bestsellerautoren Peter Hahne ist die Hinwendung zum Glauben der einzige Weg aus der gegenwärtigen Krise. Nötig sei ein Werte-Hilfspaket. Es dürften nicht nur die „Produkte auf vier Rädern“ gerettet werden. Wichtig sei, die Zehn Gebote wieder zu beherzigen. Selbst Atheisten wie Gregor Gysi mache die Vorstellung einer gottlosen Welt Angst, sagte Hahne mit einem Hinweis auf Gysis Aussagen in der ZDF-Sendung
Johannes B. Kerner. Die Väter der Verfassung hätten nach den Erfahrungen
des Zweiten Weltkriegs bewusst den Bezug auf Gott an den Anfang des
Grundgesetzes geschrieben. Nicht nur die Überzeugung „Nie wieder Krieg!“,
sei eine Leere aus dem Zweiten Weltkrieg gewesen, sondern auch: „Nie wieder eine Gesellschaft ohne Gott!“ (01.03.2009)


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© CIW Wirtschaftsnachrichten, letzte Änderung: 13.06.2010