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Evangelische Kirche
Ratsvorsitzender kritisiert „zerstörerische Maßlosigkeit“
Das Gewinnstreben einiger Unternehmen hat nach Ansicht des amtierenden Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, eine „zerstörerische Maßlosigkeit“ angenommen. In einer Rede vor Rabbinern und Kirchenvertretern über die Herausforderungen der Wirtschaftkrise beklagte Schneider den Zwang, Gewinne zu maximieren. Er forderte daher internationale Einschränkungen der Gewinnmaximierung. Es sollte eine „Erziehung zum Maßhalten“ geben.

Der Präses der rheinischen Landeskirche warnte zudem vor zusätzlichem Druck auf die Sozialsysteme. Das Vertrauen der Menschen darin sei bereits erschüttert. Soziale Ungerechtigkeit sei ethisch verwerflich, sozial explosiv und ökonomisch kontraproduktiv. Auch der Kölner Rabbiner Jaron Engelmayer betonte, dass die Jahrtausende alten biblischen Maßstäbe helfen könnten, Wege aus der Krise zu finden. „Die Stimme der Religion ist gefragt“, sagte der Vertreter der orthodoxen Rabbinerkonferenz. Der Augsburger Rabbiner Henry Brandt sagte, es gehe in der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise um eine tiefer sitzende und weit verbreitete Malaise der Gesellschaft.

Der Aachener Bischof Heinrich Mussinghoff forderte, dass die Kirchen ihre ethischen Überzeugungen „in die säkularen Sprachen von Politik, Recht und Wirtschaft“ übersetzen müssten. Eine dauerhafte Lösung der Wirtschaftskrise könne nur gefunden werden, wenn auch die Frage der Gerechtigkeit beantwortet sei.

epd




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© CIW Wirtschaftsnachrichten, letzte Änderung: 13.06.2010