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Arbeitswelt
Familienbewusste Personalpolitik lohnt sich für Unternehmen
Münster - Familienbewusste Personalpolitik lohnt sich für Unternehmen. Das ist das Ergebnis einer Panel-Untersuchung des "Forschungszentrums Familienbewusste Personalpolitik" (FFP) an der Universität Münster und der Steinbeis-Hochschule Berlin. Die Untersuchung zeigt, dass Unternehmen, die ihr Personalmanagement nachhaltig familienbewusst ausrichten, langfristig von betrieblichen Vorteilen profitieren können.

Im Rahmen des Panels wurden innerhalb von zwei Jahren 61 Unternehmen zwei Mal befragt. Durch ihre Teilnahme am "audit berufundfamilie" der "berufundfamilie gGmbH" haben sie ein starkes Engagement im Themenfeld "Familienbewusste Personalpolitik" nachgewiesen. Beide Befragungsergebnisse wurden miteinander verglichen, um Aufschluss über betriebswirtschaftliche Effekte familienbewusster Personalpolitik im Zeitablauf zu erlangen. Dabei hat sich gezeigt, dass die Unternehmen familienbewusster geworden sind und damit unter anderem zu einer Verbesserung ihres Images beigetragen haben. Weitere Erfolge im Zeitablauf konnten in Bezug auf die Personalrekrutierung, die Dauer der Elternzeit und die Fehlzeitenquote erzielt werden.

Mehr als zwei Drittel der befragten Unternehmen verfügen bereits über ein konstant hohes Familienbewusstsein. Dennoch konnte ein weiteres Viertel sein Familienbewusstsein steigern und damit seine Außenwirkung stärken. "Die positive Signalwirkung eines familienbewussteren Images zieht Bewerber an und eröffnet die Chance, dem sich abzeichnenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken", betont Prof. Dr. Irene Gerlach, Mitglied der Projektleitung des FFP.

Die bisherigen Regelungen zur gesetzlichen Elternzeit bedingen, dass Unternehmen für bis zu 36 Monate auf Mitarbeiter verzichten und eine Vertretung organisieren und einarbeiten müssen. Eine verkürzte Elternzeit als Folge familienbewusster Personalpolitik kann zur Einsparung so entstehender Überbrückungskosten beitragen. Den befragten Unternehmen ist es im Zeitablauf gelungen, die Elternzeit um rund zehn Prozent und damit um gut zwei Monate auf 21,9 Monate zu verringern.

Wenn das Kind plötzlich krank wird, haben berufstätige Eltern oft keine andere Möglichkeit, als auch selbst zu Hause zu bleiben. Mit familienbewussten Maßnahmen können Unternehmen diesen Betreuungsengpass ausgleichen und damit gleichzeitig ihre Fehlzeitenquote deutlich verringern: Innerhalb eines Jahres ist sie von circa 7,7 Prozent auf 5,7 Prozent gesunken. "Die Paneluntersuchung fördert schon im Vergleich zweier Jahre Fortschritte zu Tage, insbesondere wenn man bedenkt, dass eine familienbezogene Umgestaltung betrieblicher Strukturen und Prozesse nicht von heute auf morgen umzusetzen ist", so Prof. Dr. Dr. Helmut Schneider, Mitglied der Projektleitung des FFP.

In jährlichen Erhebungen wird das FFP die Ergebnisse der aktuellen Studie überprüfen und fortschreiben. Die bisherigen Forschungsergebnisse können auf der Homepage des FFP abgerufen werden. (21.02.2008)


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© CIW Wirtschaftsnachrichten, letzte Änderung: 13.06.2010