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Gesellschaft
Alt und Jung wünschen sich Entschleunigung des Lebens
Stuttgart - Der Wunsch nach Entschleunigung ist zu einem generationsübergreifenden Phänomen geworden. Dies belegen die Ergebnisse einer aktuellen Studie des Magazins Reader’s Digest. Die Beschleunigung in allen Bereichen des Lebens bewerten demnach sowohl die Generation 45 plus als auch die Jüngeren kritisch. 85 Prozent der über 45-Jährigen und 79 Prozent der Jüngeren fänden es gut, wenn alles etwas beständiger wäre. Der Generation 45 plus gehe es vor allem um Gelassenheit, sinnvolle Produktangebote und weniger hektische Werbung, so die Studie.

Zwar spielt Fortschritt für die Generation 45 plus eine wichtige Rolle, aber auf der anderen Seite dürfen dadurch nach ihrer Auffassung Werte und Traditionen nicht verloren gehen. So sehen 90 Prozent im Fortschritt einen wichtigen Teil des Lebens. Allerdings denken 72 Prozent, dass durch den Fortschritt wichtige Traditionen verloren gehen. Jeder zweite der lebenserfahrenen Menschen sieht in diesem Zusammenhang auch die Globalisierung mit wachsender Skepsis. 84 Prozent sind laut Studie sogar der Meinung, dass der Einzelne im Zuge der Globalisierung immer mehr auf der Strecke bleibt.

Neuerungen sollten „sinnvoll“ sein

Die Generation 45 plus setzt Fortschritt nicht mit Beschleunigung gleich, sondern legt Wert auf Neuerungen, die Sinn stiften, sowie auf Qualitätsangebote anstelle ständig wechselnder Trends. Dieser Wunsch wird auch mit Blick auf die werbliche Ansprache deutlich. 70 Prozent der älteren Menschen empfinden Werbung heute als zu hektisch und fast jeder Zweite meint, es ist heute weniger klar, für welche Marke geworben wird. Nur ein Viertel fühlt sich durch Werbung richtig angesprochen, haben die Forscher ermittelt. Immer noch denken 85 Prozent, dass in vielen Fällen von einem überzogenen Jugendkult in der Werbung gesprochen werden kann und 88 Prozent unterstellen der heutigen Werbung, lediglich auf optische Reize zu setzen und zu wenig Information zu übermitteln.

Für die Studie wurden rund 2300 Fragebögen ausgewertet. Die Daten für die Studie mit dem „Titel 45 plus – Die Entscheidende Generation“ wurden im Mai 2007 erhoben. (spe|11.02.2008)


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© CIW Wirtschaftsnachrichten, letzte Änderung: 13.06.2010